Portishead Radio
Geschrieben von Thorsten Reimnitz
„Portishead Radio, Portishead Radio,
I'm having to wait a long time.
Yankee Romeo Sierra Tango.
Yankee Romeo Sierra Tango.
Golf Hotel to Foxtrot Lima Sierra,
Golf Hotel to Foxtrot Lima Sierra.“
Mike Batt: „Portishead Radio“
„Passagiere werden gebeten, ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen!“
„Ist ja gut! Wir werden Euren Raumhafen schon nicht in die Luft sprengen!“
„Perry!“ Tarja sah ihren Begleiter strafend an. „Das ist nicht lustig! Du solltest ausgerechnet hier die Witze mit ‚etwas in die Luft sprengen‘ bleiben lassen. Ich glaube, die haben hier nicht den nötigen Humor für sowas.“
„Keine Sorge. Wenn wir von einem Ort zum anderen quer über den ganzen Raumhafen gehetzt werden nur wegen unserem Gepäck, dann vergeht mir jede Art von ‚Bombenstimmung‘!“
„Perry!“
Sie schüttelte den Kopf. Innerlich musste sie ihm allerdings Recht geben. Tarja Viedäpainen war eine Enddreißigerin mit dunklen Haaren und graublauen Augen. Sie zog eine schwarze Reisetasche auf Rädern hinter sich her. Diese war etwas größer, aber nicht zu groß. Nichtsdestotrotz war sie als „Sperrgepäck“ deklariert worden, das einen anderen Weg in das Raumschiff zu finden hatte.
Ihr Begleiter, Perry Card, war geringfügig jünger als sie, was man aber nicht bemerkte, da beide sowieso jünger wirkten, als sie waren. Card hatte dunkelblondes Haar und blaue Augen. Und er war ein paar Zentimeter kleiner als Tarja. Auch seine Reisetasche, die dummerweise nicht über den Komfort von Rädern verfügte, war als „Sperrgepäck“ bezeichnet worden. Nun waren beide auf dem Weg zu dem Schalter, wo sie dieses „Sperrgepäck“ aufgeben konnte, quer über den E.S.A.T.-Raumhafen. Natürlich. Es wäre ja auch zu praktisch gewesen, wenn sich der Sperrgepäckschalter irgendwie in der Nähe der Schalter befunden hätte, an denen man sich für den Raumflug eincheckte. Aber was soll’s? Auf diese Weise wurde man wenigstens nicht bequem.
„Verzeihung“, wurden die beiden näselnd angesprochen, „kann ich Sie für die wahre Erlösung der Kirche von Saý begeistern, wie es der große Ellar Eidge vorausgesagt hat?“
Perry blickte den Typ, der das gesagt hatte, scharf an. Wären seine Blicke Laserstrahlen gewesen, hätte er den Kopf des hochgewachsenen Mannes im Anzug auf der Stelle zusammengeschmolzen. Was für ein sympathischer Gedanke.
Der Mann schien die unterschwellige Feindseligkeit bemerkt zu haben, den postwendend murmelte er: „Vielleicht wünsche ich Ihnen auch einfach nur einen guten Tag!“
„Danke!“, brummte Card. Die beiden setzten ihren Weg fort. Der E.S.A.T.-Raumhafen war ein Verkehrsknotenpunkt im Sonnensystem, vor allem seit die Raumstation EM-001 ihren Dienst zum großen Teil hatte einstellen müssen. Der Raumhafen lag auf dem Jupiter-Mond Europa, und es gab keinen Ort im System, zu dem man von hier aus nicht kam; wenn nicht direkt, dann doch indirekt. Da mit dem Ausfall der EM-001 auch noch die komplette Kommunikation der Flotte über die Rechenzentrale von E.S.A.T. lief, hatte man ihm spontan den Namen „Portishead Funkstation“ gegeben, nach dem „Portishead Radio“, das auf der Erde zwischen 1928 und 2000 Meer- und Luftverkehrsfunk weltweit abgewickelt hatte. Eine ähnliche Bedeutung hatte das neue „Portishead“ nun für das ganze Sonnensystem und den interplanetaren Schiffsverkehr.
Tarja und Perry hatten endlich den großen Schalter für das Sperrgepäck erreicht. Im Grund sah dieser nicht anders aus als andere Schalter, nur dass das Transportband für das Gepäck wesentlich größer war. Zwei Offiziere in Uniform versahen hier ihren Dienst. Tarja wuchtete ihre Tasche auf das Transportband und reichte ihre Bordkarte dem Mann, der direkt hinter dem großen Tresen daneben stand. Jener ließ die Karte von einem Computer überprüfen, dann wurde das Gepäck gescannt und für ungefährlich befunden. Perry wiederholte die Prozedur; auch sein Gepäck wurde für ungefährlich befunden. Das Transportband setzte sich in Bewegung und die beiden Taschen waren damit auf dem Weg zur Frachtabfertigung.
„Puh“, meinte Perry, „das wäre geschafft. Jetzt, wo wir das schwere Gepäck los sind, was tun wir, bevor wir an Bord können?“
Er drehte sich um und stellte fest, dass er mit der Luft sprach. Tarja war weg. Card brauchte ein paar Momente, doch dann hatte er sie entdeckt, wie sie gerade das obere Ende der Treppe zur nächsthöheren Ebene erreicht hatte. Wo wollte sie so eilig hin? Doch als er das erkannte, rannte er zur nächsten Säule, an der sich ein Notschalter befand und drückte diesen eilig. Der Notschalter alarmierte die Raumhafensicherheit.
Zwei Minuten später tauchten zwei Männer auf, die die schwarze Uniform der Raumhafensicherheit trugen.
Oh mein Gott!, dachte Perry, Pat und Patachon!
Tatsächlich war der eine Mann hochgewachsen und sportlich, während der andere wesentlich kleiner und breiter war. Dennoch versuchten sie, so martialisch wie möglich zu wirken. Der Große trug eine dunkle Sonnenbrille, was in der kunstlichtgefluteten Haupthalle des Raumhafens völlig überflüssig war, der Kleinere hatte dafür eine schwarze Schildmütze, auf der in Neongelb das Wort „Security“ stand. Ihre Hemden waren ebenfalls mit diesem Schriftzug versehen.
„Constable Urity von der Raumhafensicherheit“, sagte der Große und zog mit theatralischer Geste die Brille ab, „das ist mein Partner Constable Bonney. Haben Sie uns alarmiert?“
„Ja, das habe ich!“, erwiderte Perry aufgeregt. „Sie müssen diese Frau aufhalten!“
Er deutete auf Tarja. Diese hatte mittlerweile einen Laden in der oberen Ebene erreicht.
„Warum?“, wollte Bonney wissen. „Ist sie eine Gefahr für die Öffentlichkeit?“
„Nein, mehr eine Gefahr für sich selbst“, sagte Card. „Sie müssen sie daran hindern, den Fastfood-Laden zu betreten!“
„Verstehe“, behauptete Urity. „Sie wollen demnächst mit dem Raumschiff hier losfliegen und haben Sorge um die Gesundheit Ihrer Begleiterin?“
„So ist es!“, bestätigte Perry. „Ich habe gehört, dass in den Fastfood-Restaurants außerhalb von Terra noch reines Fleisch bei der Zubereitung verwendet wird! Das wird ihr Verdauungstrakt nicht mitmachen!“
„Sehen Sie!“, sprach Bonney seinen Partner an. „Sie steht schon vor der interaktiven Speisekarte und sucht sich ein Menü aus.“
„Nun“, meinte Urity, „die Frau hat offenbar keine Ahnung von unserer Arbeitsweise. Aber…“ – an dieser Stelle setzte er mit äußerster Dramatik seine Sonnenbrille wieder auf – „…das wird sich gleich ändern.“
Die beiden Sicherheitsleute eilten die Treppe hinauf. Card musste sich sputen, um ihnen hinterher zu kommen. Doch als auch sie auf der oberen Ebene angekommen waren, mussten sie eine schreckliche Entdeckung machen.
„Sir!“, rief Bonney aus. „Es ist zu spät, sie steht bereits am Tresen und bestellt!“
„Es ist nie zu spät!“, widersprach Urity. „Ich werde jetzt da rein gehen!“
„Oh mein Gott, Sir, was haben Sie vor?!“
„Ich werde da rein gehen und das Ekelhafteste tun, das ich je getan habe!“
„Oh nein, Sir, Sie meinen doch nicht etwa…“
„Doch! Ich werde ihr Menü essen!“
„Tun Sie das nicht, Sir! Denken Sie an Ihre Verdauungsorgane!“
Urity klopfte Bonney auf die Schulter. „Danke für die Worte! Aber ich kannte das Risiko, als ich den Vertrag unterschrieb. Also, ich geh jetzt da rein, und wenn ich in zwanzig Minuten nicht raus bin, dann wissen Sie, was Sie zu tun haben!“
„Äh…“ Bonney kratzte sich am Kopf. „Ich brenne den ganzen Laden nieder, um Spuren zu verwischen?“
„Blödsinn! Sie warten nochmal zwanzig Minuten!“
Bonney nickte. Dann salutierte er vor seinem Kollegen. „Viel Glück, Sir!“, sagte er dazu. „Und möge der Schöpfer des Universums Ihnen beistehen!“
Urity stapfte davon und betrat den Fastfood-Laden. Er pirschte sich in Tarjas Nähe, um sich in einem unbeobachteten Moment auf das Tablett zu stürzen, das sie gerade von dem Tresen wegtrug. Perry war ja einiges gewohnt, aber sowas hatte er noch nicht gesehen.
Perry Card war Offizier der Raumflotte, genauer gesagt, der medizinischen Abteilung. Er war „Lieutenant Senior Grade“ und Medic der obersten Stufe, ein so genannter „Alpha-Medic“. Medics wurden in Notfällen für die erste Versorgung eingesetzt, teilweise arbeiteten sie auch selbständig. Und sie assistierten Notärzten. So wie Tarja. Tarja war Ärztin in der Anästhesie. Sie und Perry arbeiteten auf dem selben Schiff, der SSME EXAMINER. Sie kannten sich aber schon länger, seit ungefähr 18 Jahren, als Perry seine Karriere bei der Raumflotte begonnen hatte. Aber die ersten fünf Jahre hatten sie privat eigentlich keinen Kontakt, weil beide sich ihrer Ausbildung widmeten. Erst als sie auf die EXAMINER versetzt worden waren, lernten sie sich besser kennen.
Perry wurde aus seinen Gedanken gerissen. Urity kam mit Tarja im Schlepptau aus dem Fastfood-Laden heraus. Der Sicherheitsmann sah schrecklich aus, war mit Ketchup und anderen Soßen vollgekleckert.
„Ich habe es leider nicht ganz geschafft!“, verkündete er. „Einen Hamburger hat sie gegessen. Aber ich hoffe, ich konnte damit größeren Schaden verhindern!“ Sein Magen begann zu grummeln. „Oh, man“, sagte er, „ich glaube, ich brauche einen Schnaps!“
„Du hast tatsächlich einen gegessen?“, tadelte Perry. „Tarja! Gerade Du als Ärztin müsstest doch wissen, dass das nicht gesund ist!“
„Ja“, gab sie zu. „Aber ich hatte Hunger.“
„Wir kriegen noch was auf dem Flug!“
„Sie sind Ärztin?“, fragte Urity dazwischen. „Wohin sind Sie unterwegs?“
„Wir sind unterwegs nach Terra“, erklärte Tarja. „Die Raumflotte macht eine große Fortbildung für Raumflotten- Offiziere in der O.R.C.A.-Basis in Ägypten.“
„Ja, so ein Zufall!“, rief nun Bonney aus. „Da werden wir in den nächsten Tagen auch hingehen!“
„Dann wollen Sie der Sicherheit der Raumflotte beitreten?“, erkundigte sich Perry.
„Nein, der Medizin!“, erwiderte Urity. „Wir machen neben unseren Jobs her die Ausbildung zum Medic. Lässt sich anders ja fast nicht machen.“
„Man kann auch der Flotte beitreten und als Kadett anfangen“, bemerkte Card. „So hab ich es gemacht.“
„Aber die Plätze sind dünn gesät, weil auch die Flotte gerne spart“, fing Bonney an, doch Tarja unterbrach ihn: „Es tut mir ja furchtbar leid, aber so langsam sollten wir zu unserem Gate. Unser Flug geht bald.“
„Dann gute Reise!“, sagte Urity. „Vielleicht sehen wir uns ja in ein paar Tagen auf der Erde!“
Damit gingen beide davon. Tarja und Perry sahen ihnen nach.
„Na gut“, meinte Perry dann, „gehen wir zu unserem Gate. Aber ich sag Dir eins: Wenn Du wegen dieser Eskapade Durchfall kriegst, dann steck ich Dir einen Korken in Deinen takapuoli!“
Sie sah ihn an. Er kannte den Blick, das machte sie immer, wenn sie stutzte: Sie legte den Kopf zurück, machte ein erstauntes Gesicht und blinzelte mit den Augen. Meistens schob sie ein Grinsen hinterher, so wie in diesem Fall.
„Wenn Du ungefragt auch nur in die Nähe von meinem takapuoli kommst“, knurrte sie, „dann werde ich Dir mein polvi in Deine kives rammen, klar?“
„Ist ja gut.“
Sie gingen weiter. Tarja sah den Freund von der Seite an. Woher hatte er denn das nun wieder? Er hatte ja schon manches Mal ein Wort auf Finnisch in ihre Gespräche einfließen lassen, meistens waren es irgendwelche Redewendungen wie „Wie geht es Dir?“ oder „Ich weiß nicht, woher Du kommst, aber das hat bestimmt weh getan!“ gewesen. Dinge, die man im Gespräch mit relativer Sicherheit mal brauchen konnte. Sie hatte es nett gefunden, dass er sich so für ihre Kultur interessierte. Aber takapuoli? Po?
Tarja kam aus Finnland, war in Jyväskylä geboren und in Turku aufgewachsen. Perry hingegen kam aus Deutschland und war das Kind einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters, den er allerdings nie kennengelernt hatte. Sein Abschiedsgeschenk, wenn man es so nennen will, war der Vorname, den er seinem Sohn gab – „Perry“. Danach war er aus dessen Leben einfach verschwunden.
Die beiden erreichten nun die „Boarding Zone“. Bewaffnete Sicherheitsleute, Scanner und Kontrolleure erwarteten dort die Passagiere, die zu den Raumschiffen wollten. Seit die Ceel’u zum ersten Mal Saboteure an Bord von Raumschiffen geschleust hatten, herrschte im Sonnensystem eine teilweise haarsträubende Paranoia. Jeder Passagier musste sich nach der Kontrolle der Identicard einer mehrfachen Sicherheitsuntersuchung unterziehen, wurde mehrmals gescannt und letztlich sogar, wenn der Scanner etwas „Zweifelhaftes“ gefunden hatte, von Hand abgetastet. Leider waren die Scanner sehr empfindlich eingestellt, so dass bereits ein Taschentuch, an dem sich Metallstaub abgelagert hatte, als potentielle Waffe erkannt wurde. Perry und Tarja ließen die Untersuchungen geduldig über sich ergehen. Die Sicherheitsleute taten ja nur ihre Arbeit. Die konnten auch nichts dafür, dass in der Solaren Konföderation viele Hardliner saßen, die am liebsten alles und jeden überwachen würden. Man konnte den Eindruck bekommen, dass diese Hardliner ihr persönliches, nicht verarbeitetes Trauma nun auslebten, und die Bürgerrechte darunter zu leiden hatten.
Am Ende der Sicherheitskontrollen trafen sich die beiden wieder. Tarja schlüpfte gerade in ihre Schuhe, während Perry versuchte, seinen Gürtel wieder in die Hose einzufädeln.
„War es wieder die Gürtelschnalle?“, fragte Tarja und nahm ihre Handtasche von dem Transportband, das diese aus dem Gehäuse des Hochsicherheitsscanners beförderte.
„Wieder die Gürtelschnalle“, bestätigte Perry. „Das verstehe ich nicht. Mal schlägt der Scanner an und mal nicht. Dabei ist es immer die gleiche Schnalle. Immer der gleiche Gürtel. Manchmal könnte man fast meinen, die Scanner funktionieren in Wirklichkeit gar nicht, sondern das sind nur Dinger, die zufällig irgendwann ein Geräusch von sich geben.“
Tarja grinste. „Bestimmt!“, meinte Card mit gespieltem Ernst. „Wenn ich so ein Ding klaue und aufmache, wetten, dass da nur eine Energiezelle drin ist, ein Lautsprecher und ein paar Blinklichter?“
„Hör auf!“ Sie lachte. „Lass uns weitergehen und noch irgendwo was trinken. Mein Trinken aus dem Restaurant hat der Wachposten weggesoffen.“
Zwischen der Sicherheitskontrolle und dem Gate, innerhalb der „Boarding Zone“, befanden sich verschiedene Geschäfte, Cafés, Bars und sogar ein Restaurant. Was man hier einkaufte, unterlag nach dem interplanetaren Recht nicht der Besteuerung der jeweiligen regionalen Regierung, da man mit der Kontrolle der Identicard deren Hoheitsbereich bereits verlassen hatte. Im Endeffekt gab es hier recht viele günstige Waren, aber auch viel Schund, der nur so tat, als sei er günstig. Tarja und Perry setzten sich in ein Café und bestellten sich Getränke. Sie unterhielten sich, waren gespannt auf Ägypten und die neue Basis, die man dort errichtet hatte. Doch jetzt wartete erst einmal der Flug nach Terra auf sie.
Zwei Stunden später saßen sie im Stratosphärengleiter nach Terra. Perry hatte den Sitzplatz am Fenster bekommen, Tarja saß neben ihm. Ein surrendes Geräusch verriet, dass der Gleiter von den Versorgungen des Raumhafens abgekoppelt wurde. Der Start stand unmittelbar bevor.
„Einen wunderschönen guten Tag“, meldete sich in dem Moment eine männliche Stimme über die Lautsprecher der Bordkommunikation, „wir haben den 3. Oktober 2434. Mein Name ist Kapitän Errol Severs, im Namen meiner Besatzung heiße ich Sie herzlich willkommen an Bord der SCS HORUS auf dem Direktflug vom E.S.A.T.-Raumflughafen nach Terra. Wir werden unterhalb der Maximalgeschwindigkeit bleiben, das heißt, wir werden erst morgen zur Lokalzeit 21.00 Uhr an der O.R.C.A.-Basis in El Gouna zur Landung gehen. Wir werden nun mit der Startprozedur beginnen, so lange erhalten Sie die wichtigsten Sicherheitsinformationen.“
Bildschirme klappten über den Sitzreihen des Passagierabteils aus der Decke. Gleichzeitig konnte man spüren, wie sich der wuchtige Rumpf des Stratosphärengleiters in Bewegung setzte. Es ging tatsächlich los.
I'm having to wait a long time.
Yankee Romeo Sierra Tango.
Yankee Romeo Sierra Tango.
Golf Hotel to Foxtrot Lima Sierra,
Golf Hotel to Foxtrot Lima Sierra.“
Mike Batt: „Portishead Radio“
„Passagiere werden gebeten, ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen!“
„Ist ja gut! Wir werden Euren Raumhafen schon nicht in die Luft sprengen!“
„Perry!“ Tarja sah ihren Begleiter strafend an. „Das ist nicht lustig! Du solltest ausgerechnet hier die Witze mit ‚etwas in die Luft sprengen‘ bleiben lassen. Ich glaube, die haben hier nicht den nötigen Humor für sowas.“
„Keine Sorge. Wenn wir von einem Ort zum anderen quer über den ganzen Raumhafen gehetzt werden nur wegen unserem Gepäck, dann vergeht mir jede Art von ‚Bombenstimmung‘!“
„Perry!“
Sie schüttelte den Kopf. Innerlich musste sie ihm allerdings Recht geben. Tarja Viedäpainen war eine Enddreißigerin mit dunklen Haaren und graublauen Augen. Sie zog eine schwarze Reisetasche auf Rädern hinter sich her. Diese war etwas größer, aber nicht zu groß. Nichtsdestotrotz war sie als „Sperrgepäck“ deklariert worden, das einen anderen Weg in das Raumschiff zu finden hatte.
Ihr Begleiter, Perry Card, war geringfügig jünger als sie, was man aber nicht bemerkte, da beide sowieso jünger wirkten, als sie waren. Card hatte dunkelblondes Haar und blaue Augen. Und er war ein paar Zentimeter kleiner als Tarja. Auch seine Reisetasche, die dummerweise nicht über den Komfort von Rädern verfügte, war als „Sperrgepäck“ bezeichnet worden. Nun waren beide auf dem Weg zu dem Schalter, wo sie dieses „Sperrgepäck“ aufgeben konnte, quer über den E.S.A.T.-Raumhafen. Natürlich. Es wäre ja auch zu praktisch gewesen, wenn sich der Sperrgepäckschalter irgendwie in der Nähe der Schalter befunden hätte, an denen man sich für den Raumflug eincheckte. Aber was soll’s? Auf diese Weise wurde man wenigstens nicht bequem.
„Verzeihung“, wurden die beiden näselnd angesprochen, „kann ich Sie für die wahre Erlösung der Kirche von Saý begeistern, wie es der große Ellar Eidge vorausgesagt hat?“
Perry blickte den Typ, der das gesagt hatte, scharf an. Wären seine Blicke Laserstrahlen gewesen, hätte er den Kopf des hochgewachsenen Mannes im Anzug auf der Stelle zusammengeschmolzen. Was für ein sympathischer Gedanke.
Der Mann schien die unterschwellige Feindseligkeit bemerkt zu haben, den postwendend murmelte er: „Vielleicht wünsche ich Ihnen auch einfach nur einen guten Tag!“
„Danke!“, brummte Card. Die beiden setzten ihren Weg fort. Der E.S.A.T.-Raumhafen war ein Verkehrsknotenpunkt im Sonnensystem, vor allem seit die Raumstation EM-001 ihren Dienst zum großen Teil hatte einstellen müssen. Der Raumhafen lag auf dem Jupiter-Mond Europa, und es gab keinen Ort im System, zu dem man von hier aus nicht kam; wenn nicht direkt, dann doch indirekt. Da mit dem Ausfall der EM-001 auch noch die komplette Kommunikation der Flotte über die Rechenzentrale von E.S.A.T. lief, hatte man ihm spontan den Namen „Portishead Funkstation“ gegeben, nach dem „Portishead Radio“, das auf der Erde zwischen 1928 und 2000 Meer- und Luftverkehrsfunk weltweit abgewickelt hatte. Eine ähnliche Bedeutung hatte das neue „Portishead“ nun für das ganze Sonnensystem und den interplanetaren Schiffsverkehr.
Tarja und Perry hatten endlich den großen Schalter für das Sperrgepäck erreicht. Im Grund sah dieser nicht anders aus als andere Schalter, nur dass das Transportband für das Gepäck wesentlich größer war. Zwei Offiziere in Uniform versahen hier ihren Dienst. Tarja wuchtete ihre Tasche auf das Transportband und reichte ihre Bordkarte dem Mann, der direkt hinter dem großen Tresen daneben stand. Jener ließ die Karte von einem Computer überprüfen, dann wurde das Gepäck gescannt und für ungefährlich befunden. Perry wiederholte die Prozedur; auch sein Gepäck wurde für ungefährlich befunden. Das Transportband setzte sich in Bewegung und die beiden Taschen waren damit auf dem Weg zur Frachtabfertigung.„Puh“, meinte Perry, „das wäre geschafft. Jetzt, wo wir das schwere Gepäck los sind, was tun wir, bevor wir an Bord können?“
Er drehte sich um und stellte fest, dass er mit der Luft sprach. Tarja war weg. Card brauchte ein paar Momente, doch dann hatte er sie entdeckt, wie sie gerade das obere Ende der Treppe zur nächsthöheren Ebene erreicht hatte. Wo wollte sie so eilig hin? Doch als er das erkannte, rannte er zur nächsten Säule, an der sich ein Notschalter befand und drückte diesen eilig. Der Notschalter alarmierte die Raumhafensicherheit.
Zwei Minuten später tauchten zwei Männer auf, die die schwarze Uniform der Raumhafensicherheit trugen.
Oh mein Gott!, dachte Perry, Pat und Patachon!
Tatsächlich war der eine Mann hochgewachsen und sportlich, während der andere wesentlich kleiner und breiter war. Dennoch versuchten sie, so martialisch wie möglich zu wirken. Der Große trug eine dunkle Sonnenbrille, was in der kunstlichtgefluteten Haupthalle des Raumhafens völlig überflüssig war, der Kleinere hatte dafür eine schwarze Schildmütze, auf der in Neongelb das Wort „Security“ stand. Ihre Hemden waren ebenfalls mit diesem Schriftzug versehen.
„Constable Urity von der Raumhafensicherheit“, sagte der Große und zog mit theatralischer Geste die Brille ab, „das ist mein Partner Constable Bonney. Haben Sie uns alarmiert?“
„Ja, das habe ich!“, erwiderte Perry aufgeregt. „Sie müssen diese Frau aufhalten!“
Er deutete auf Tarja. Diese hatte mittlerweile einen Laden in der oberen Ebene erreicht.
„Warum?“, wollte Bonney wissen. „Ist sie eine Gefahr für die Öffentlichkeit?“
„Nein, mehr eine Gefahr für sich selbst“, sagte Card. „Sie müssen sie daran hindern, den Fastfood-Laden zu betreten!“
„Verstehe“, behauptete Urity. „Sie wollen demnächst mit dem Raumschiff hier losfliegen und haben Sorge um die Gesundheit Ihrer Begleiterin?“
„So ist es!“, bestätigte Perry. „Ich habe gehört, dass in den Fastfood-Restaurants außerhalb von Terra noch reines Fleisch bei der Zubereitung verwendet wird! Das wird ihr Verdauungstrakt nicht mitmachen!“
„Sehen Sie!“, sprach Bonney seinen Partner an. „Sie steht schon vor der interaktiven Speisekarte und sucht sich ein Menü aus.“
„Nun“, meinte Urity, „die Frau hat offenbar keine Ahnung von unserer Arbeitsweise. Aber…“ – an dieser Stelle setzte er mit äußerster Dramatik seine Sonnenbrille wieder auf – „…das wird sich gleich ändern.“
Die beiden Sicherheitsleute eilten die Treppe hinauf. Card musste sich sputen, um ihnen hinterher zu kommen. Doch als auch sie auf der oberen Ebene angekommen waren, mussten sie eine schreckliche Entdeckung machen.
„Sir!“, rief Bonney aus. „Es ist zu spät, sie steht bereits am Tresen und bestellt!“
„Es ist nie zu spät!“, widersprach Urity. „Ich werde jetzt da rein gehen!“
„Oh mein Gott, Sir, was haben Sie vor?!“
„Ich werde da rein gehen und das Ekelhafteste tun, das ich je getan habe!“
„Oh nein, Sir, Sie meinen doch nicht etwa…“
„Doch! Ich werde ihr Menü essen!“
„Tun Sie das nicht, Sir! Denken Sie an Ihre Verdauungsorgane!“
Urity klopfte Bonney auf die Schulter. „Danke für die Worte! Aber ich kannte das Risiko, als ich den Vertrag unterschrieb. Also, ich geh jetzt da rein, und wenn ich in zwanzig Minuten nicht raus bin, dann wissen Sie, was Sie zu tun haben!“
„Äh…“ Bonney kratzte sich am Kopf. „Ich brenne den ganzen Laden nieder, um Spuren zu verwischen?“
„Blödsinn! Sie warten nochmal zwanzig Minuten!“
Bonney nickte. Dann salutierte er vor seinem Kollegen. „Viel Glück, Sir!“, sagte er dazu. „Und möge der Schöpfer des Universums Ihnen beistehen!“
Urity stapfte davon und betrat den Fastfood-Laden. Er pirschte sich in Tarjas Nähe, um sich in einem unbeobachteten Moment auf das Tablett zu stürzen, das sie gerade von dem Tresen wegtrug. Perry war ja einiges gewohnt, aber sowas hatte er noch nicht gesehen.
Perry Card war Offizier der Raumflotte, genauer gesagt, der medizinischen Abteilung. Er war „Lieutenant Senior Grade“ und Medic der obersten Stufe, ein so genannter „Alpha-Medic“. Medics wurden in Notfällen für die erste Versorgung eingesetzt, teilweise arbeiteten sie auch selbständig. Und sie assistierten Notärzten. So wie Tarja. Tarja war Ärztin in der Anästhesie. Sie und Perry arbeiteten auf dem selben Schiff, der SSME EXAMINER. Sie kannten sich aber schon länger, seit ungefähr 18 Jahren, als Perry seine Karriere bei der Raumflotte begonnen hatte. Aber die ersten fünf Jahre hatten sie privat eigentlich keinen Kontakt, weil beide sich ihrer Ausbildung widmeten. Erst als sie auf die EXAMINER versetzt worden waren, lernten sie sich besser kennen.
Perry wurde aus seinen Gedanken gerissen. Urity kam mit Tarja im Schlepptau aus dem Fastfood-Laden heraus. Der Sicherheitsmann sah schrecklich aus, war mit Ketchup und anderen Soßen vollgekleckert.
„Ich habe es leider nicht ganz geschafft!“, verkündete er. „Einen Hamburger hat sie gegessen. Aber ich hoffe, ich konnte damit größeren Schaden verhindern!“ Sein Magen begann zu grummeln. „Oh, man“, sagte er, „ich glaube, ich brauche einen Schnaps!“
„Du hast tatsächlich einen gegessen?“, tadelte Perry. „Tarja! Gerade Du als Ärztin müsstest doch wissen, dass das nicht gesund ist!“
„Ja“, gab sie zu. „Aber ich hatte Hunger.“
„Wir kriegen noch was auf dem Flug!“
„Sie sind Ärztin?“, fragte Urity dazwischen. „Wohin sind Sie unterwegs?“
„Wir sind unterwegs nach Terra“, erklärte Tarja. „Die Raumflotte macht eine große Fortbildung für Raumflotten- Offiziere in der O.R.C.A.-Basis in Ägypten.“
„Ja, so ein Zufall!“, rief nun Bonney aus. „Da werden wir in den nächsten Tagen auch hingehen!“
„Dann wollen Sie der Sicherheit der Raumflotte beitreten?“, erkundigte sich Perry.
„Nein, der Medizin!“, erwiderte Urity. „Wir machen neben unseren Jobs her die Ausbildung zum Medic. Lässt sich anders ja fast nicht machen.“
„Man kann auch der Flotte beitreten und als Kadett anfangen“, bemerkte Card. „So hab ich es gemacht.“
„Aber die Plätze sind dünn gesät, weil auch die Flotte gerne spart“, fing Bonney an, doch Tarja unterbrach ihn: „Es tut mir ja furchtbar leid, aber so langsam sollten wir zu unserem Gate. Unser Flug geht bald.“
„Dann gute Reise!“, sagte Urity. „Vielleicht sehen wir uns ja in ein paar Tagen auf der Erde!“
Damit gingen beide davon. Tarja und Perry sahen ihnen nach.
„Na gut“, meinte Perry dann, „gehen wir zu unserem Gate. Aber ich sag Dir eins: Wenn Du wegen dieser Eskapade Durchfall kriegst, dann steck ich Dir einen Korken in Deinen takapuoli!“
Sie sah ihn an. Er kannte den Blick, das machte sie immer, wenn sie stutzte: Sie legte den Kopf zurück, machte ein erstauntes Gesicht und blinzelte mit den Augen. Meistens schob sie ein Grinsen hinterher, so wie in diesem Fall.
„Wenn Du ungefragt auch nur in die Nähe von meinem takapuoli kommst“, knurrte sie, „dann werde ich Dir mein polvi in Deine kives rammen, klar?“
„Ist ja gut.“
Sie gingen weiter. Tarja sah den Freund von der Seite an. Woher hatte er denn das nun wieder? Er hatte ja schon manches Mal ein Wort auf Finnisch in ihre Gespräche einfließen lassen, meistens waren es irgendwelche Redewendungen wie „Wie geht es Dir?“ oder „Ich weiß nicht, woher Du kommst, aber das hat bestimmt weh getan!“ gewesen. Dinge, die man im Gespräch mit relativer Sicherheit mal brauchen konnte. Sie hatte es nett gefunden, dass er sich so für ihre Kultur interessierte. Aber takapuoli? Po?
Tarja kam aus Finnland, war in Jyväskylä geboren und in Turku aufgewachsen. Perry hingegen kam aus Deutschland und war das Kind einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters, den er allerdings nie kennengelernt hatte. Sein Abschiedsgeschenk, wenn man es so nennen will, war der Vorname, den er seinem Sohn gab – „Perry“. Danach war er aus dessen Leben einfach verschwunden.
Die beiden erreichten nun die „Boarding Zone“. Bewaffnete Sicherheitsleute, Scanner und Kontrolleure erwarteten dort die Passagiere, die zu den Raumschiffen wollten. Seit die Ceel’u zum ersten Mal Saboteure an Bord von Raumschiffen geschleust hatten, herrschte im Sonnensystem eine teilweise haarsträubende Paranoia. Jeder Passagier musste sich nach der Kontrolle der Identicard einer mehrfachen Sicherheitsuntersuchung unterziehen, wurde mehrmals gescannt und letztlich sogar, wenn der Scanner etwas „Zweifelhaftes“ gefunden hatte, von Hand abgetastet. Leider waren die Scanner sehr empfindlich eingestellt, so dass bereits ein Taschentuch, an dem sich Metallstaub abgelagert hatte, als potentielle Waffe erkannt wurde. Perry und Tarja ließen die Untersuchungen geduldig über sich ergehen. Die Sicherheitsleute taten ja nur ihre Arbeit. Die konnten auch nichts dafür, dass in der Solaren Konföderation viele Hardliner saßen, die am liebsten alles und jeden überwachen würden. Man konnte den Eindruck bekommen, dass diese Hardliner ihr persönliches, nicht verarbeitetes Trauma nun auslebten, und die Bürgerrechte darunter zu leiden hatten.
Am Ende der Sicherheitskontrollen trafen sich die beiden wieder. Tarja schlüpfte gerade in ihre Schuhe, während Perry versuchte, seinen Gürtel wieder in die Hose einzufädeln.
„War es wieder die Gürtelschnalle?“, fragte Tarja und nahm ihre Handtasche von dem Transportband, das diese aus dem Gehäuse des Hochsicherheitsscanners beförderte.
„Wieder die Gürtelschnalle“, bestätigte Perry. „Das verstehe ich nicht. Mal schlägt der Scanner an und mal nicht. Dabei ist es immer die gleiche Schnalle. Immer der gleiche Gürtel. Manchmal könnte man fast meinen, die Scanner funktionieren in Wirklichkeit gar nicht, sondern das sind nur Dinger, die zufällig irgendwann ein Geräusch von sich geben.“
Tarja grinste. „Bestimmt!“, meinte Card mit gespieltem Ernst. „Wenn ich so ein Ding klaue und aufmache, wetten, dass da nur eine Energiezelle drin ist, ein Lautsprecher und ein paar Blinklichter?“
„Hör auf!“ Sie lachte. „Lass uns weitergehen und noch irgendwo was trinken. Mein Trinken aus dem Restaurant hat der Wachposten weggesoffen.“
Zwischen der Sicherheitskontrolle und dem Gate, innerhalb der „Boarding Zone“, befanden sich verschiedene Geschäfte, Cafés, Bars und sogar ein Restaurant. Was man hier einkaufte, unterlag nach dem interplanetaren Recht nicht der Besteuerung der jeweiligen regionalen Regierung, da man mit der Kontrolle der Identicard deren Hoheitsbereich bereits verlassen hatte. Im Endeffekt gab es hier recht viele günstige Waren, aber auch viel Schund, der nur so tat, als sei er günstig. Tarja und Perry setzten sich in ein Café und bestellten sich Getränke. Sie unterhielten sich, waren gespannt auf Ägypten und die neue Basis, die man dort errichtet hatte. Doch jetzt wartete erst einmal der Flug nach Terra auf sie.
Zwei Stunden später saßen sie im Stratosphärengleiter nach Terra. Perry hatte den Sitzplatz am Fenster bekommen, Tarja saß neben ihm. Ein surrendes Geräusch verriet, dass der Gleiter von den Versorgungen des Raumhafens abgekoppelt wurde. Der Start stand unmittelbar bevor.
„Einen wunderschönen guten Tag“, meldete sich in dem Moment eine männliche Stimme über die Lautsprecher der Bordkommunikation, „wir haben den 3. Oktober 2434. Mein Name ist Kapitän Errol Severs, im Namen meiner Besatzung heiße ich Sie herzlich willkommen an Bord der SCS HORUS auf dem Direktflug vom E.S.A.T.-Raumflughafen nach Terra. Wir werden unterhalb der Maximalgeschwindigkeit bleiben, das heißt, wir werden erst morgen zur Lokalzeit 21.00 Uhr an der O.R.C.A.-Basis in El Gouna zur Landung gehen. Wir werden nun mit der Startprozedur beginnen, so lange erhalten Sie die wichtigsten Sicherheitsinformationen.“
Bildschirme klappten über den Sitzreihen des Passagierabteils aus der Decke. Gleichzeitig konnte man spüren, wie sich der wuchtige Rumpf des Stratosphärengleiters in Bewegung setzte. Es ging tatsächlich los.


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